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Fatma Aydemir - Ellbogen

Hanser Verlag

€ 20,- 

 

Veranstaltungstipp: Lesung mit der Autorin am 5. April, 20 Uhr bei Lehmkuhl mehr >>>

Eine Empfehlung von Brigitte Giesler

 

Fatma Aydemir
Ellbogen

Fatma Aydemirs Debütroman "Ellbogen" handelt vor allen Dingen von Frust, Wut und Fremdheit. Die Stimme derer, aus der alles herausbricht ist rotzig, abgebrüht und zutiefst verletzt.
Es ist Hazal, eine junge Frau, die man früher Gastarbeiterkind genannt hätte. In Deutschland geboren, lebt sie mit ihren türkischen Eltern und ihrem Bruder in Berlin-Wedding. Ihr achtzehnter Geburtstag steht vor der Tür. Was für viele Freiheit bedeutet, hat bei ihr Zuhause keine Bedeutung. Was man von ihr erwartet ist Unterordnung und Gehorsam. Hazal sitzt in der Falle. Mit der Schule ist sie fertig, einen Ausbildungsplatz hat sie nach 50 Bewerbungen nicht bekommen. Sie hilft in der Bäckerei ihres Onkels aus. Dabei wollte sie einmal Ärztin werden.
Von ihrem Selbstmordversuch erfährt man von der Ich-Erzählerin beiläufig. Das einzige, was ihr etwas bedeutet, sind ihre Freundinnen Gül und Elma. Mit ihnen kann sie durch Berlin ziehen, kiffen, trinken. Mit ihnen will sie ihren 18. Geburtstag in einem schicken Club feiern.
Doch der ersehnte Abend wird zu einer einzigen Enttäuschung. Der Türsteher weist sie ab. „Weil sie Kanaken sind“, davon sind die Mädchen überzeugt. Die Partylaune wird durchmischt von Verzweiflung und Aggression. Zurück in der U-Bahn, kommt es zum Befreiungsschlag für Hazal. Als sie ein betrunkener Student anmacht kommt es zu einem schockierenden Ausbruch von Gewalt. Sie rammt ihn mit ihrem Ellbogen in den Magen, tritt ihm ins Steißbein. Die Folgen zwingen Hazal nach Istanbul zu fliehen. Sie gerät mitten hinein in die Zeit nach dem gescheiterten Putschversuch gegen Erdogan.

Hier hat Fatma Aydemir auch an ihrem Roman geschrieben. Es ist kein Roman mit erhobenem Zeigefinger, kein Roman, der Antworten parat hat. Fatma Aydemirs Stärke ist die Sprache. Es ist Hazals Sprache und die ihrer Freundinnen. Ihre Perspektive und Ausdruck ihrer Perspektivlosigkeit. Es ist die Wut auf die Ellbogen, die einem das Leben immer wieder hineinrammt, die Verzweiflung und der Frust, dass sich niemand für sie interessiert.
Fatma Aydemir macht es sich nicht einfach und tischt Pauschalantworten auf. Sie lässt uns zurück mit Fragen. „Ellbogen“ lässt einen so schnell nicht los.

 

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Veranstaltungsvorschau

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